Trump schürt Konflikte mit Europäern - Kritik an Deutschland

US-Präsident Donald Trump hatte es während seines Rundgangs im Nato-Hauptquartier jedoch nicht auf das Fingerfood abgesehen, er wollte einfach nur in der ersten Reihe stehen - und schob dafür Montenegros Premierminister Dusko Markovic brüsk zur Seite.

Berlin. Der US-Präsident sorgt mit drastischer Kritik an den deutschen Handelsüberschüssen für Irritationen in Europa.

Am Vormittag trifft Trump zunächst EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. "The Germans are bad, very bad", sagte Trump. Es habe "keine aggressiven Aussagen Trumps" zu den deutschen Überschüssen gegeben. "Sie wissen, dass wir zwei Präsidenten haben", sagte Tusk zu Trump in Anspielung darauf, dass ihn der US-Präsident nach einem Telefonat mit Juncker verwechselte. Die Atmosphäre des Gesprächs hinter verschlossenen Türen sei vielmehr konstruktiv gewesen.

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Diese Intuition teilte sie mit Designern wie Walter Albini, Ottavio und Rosita Missoni oder Mariuccia Mandelli. Sie hatte ihre Karriere im Atelier ihrer Mutter Delia Soldaini Biagiotti in Rom begonnen.

EU-Ratspräsident Donald Tusk wollte die Äußerung Trumps gar nicht kommentieren.

In Brüssel sagt Trump: Er habe "sehr, sehr direkt" mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten darüber gesprochen, dass sie "endlich" ihren fairen Anteil tragen und ihren finanziellen Verpflichtungen erfüllen müssten. Die Übersetzung sei übertrieben. "Man muss das richtigstellen", sagte er.

Trumps Sprecher Sean Spicer sowie Wirtschaftsberater Gary Cohn und auch Juncker bestätigten, dass sich Trump über die deutschen Handelsüberschüsse beschwert habe. "Er hat gesagt, wir haben ein Problem". Seit dem Amtswechsel im Januar ist das transatlantische Verhältnis gespannt, weil Trump die Nato und auch die EU zeitweise infrage stellte, im Handel mit Schutzzöllen drohte und auch das Pariser Klimaabkommen in Zweifel zog.

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Trotzdem sei es für die Untersuchungsbehörden möglich, auch gegen jemanden Anklage zu erheben, der nicht ein solches "Target" ist. Rechtsexperten zufolge könnte das, wenn es zutrifft, den Verdacht einer Rechtsbehinderung durch den Präsidenten untermauern.

Tusk kritisierte in Taormina seinerseits, dass die Zitate aus dem Gespräch überhaupt ihren Weg in die Medien fanden: "Mein Eindruck ist, dass die Diplomatie heutzutage eher professionelle Klempner als indiskrete Diplomaten braucht", sagte er.

Der neue US-Präsident empfindet die deutschen Überschüsse als unfair, weil ihnen Handelsdefizite anderswo entsprechen, er denkt dabei besonders an die USA. Daraufhin sagte Trump kein Wort. "23 der 28 Mitgliedsstaaten zahlen immer noch nicht das, was sie zahlen sollten - und was sie für ihre Verteidigung ausgeben sollten", beklagte er - in einem Grußwort zur Eröffnung eines Gedenkorts im neuen NATO-Hauptquartier, der Stücke des World Trade Centers und der Berliner Mauer integriert. "Hier kann sich Deutschland sehen lassen". Laut einer Erklärung Stoltenbergs tritt die NATO der internationalen Allianz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat bei. Mit den acht langen Gebäudeflügeln und den vier kurzen bietet sich aus der Vogelperspektive ein Bild ineinander verschränkter Finger - das soll Solidarität symbolisieren.

Trump war zum Nato-Gipfel am Donnerstag nach Brüssel gereist. Konkret soll er die deutsche Automobilwirtschaft genannt haben, die "Millionen von Autos in den USA verkauft".

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Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis ist neben einer großen Koalition auch Schwarz-Gelb denkbar - mit knapper Mehrheit. Schwarz-Gelb ist damit die einzige noch realistische Regierungskonstellation im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Mit seiner Rede verstieß Trump gegen die ungeschriebene Nato-Regel, bei Spitzentreffen zumindest öffentlich Geschlossenheit zu demonstrieren. Dieses sieht vor, dass alle Länder darauf "abzielen" sollen, spätestens von 2024 an zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Rüstung und Militär auszugeben. "Fürchterlich. Wir werden das stoppen". 2014 hatten die Nato-Staaten in Wales vereinbart, dass jedes Mitglied der Allianz binnen eines Jahrzehntes anstrebt, die Verteidigungsausgaben auf ein Niveau von zwei Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung anzuheben. Es sei auch nicht genug, nur das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen, fügte er hinzu. Eine größere Runde mit weiteren EU-Vertretern - vor allem Europaparlamentspräsident Antonio Tajani und der Außenbeauftragten Federica Mogherini - im Anschluss dauerte eine halbe Stunde.

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