"Spiegel": Große deutsche Autobauer unter Kartellverdacht

"Spiegel": Große deutsche Autobauer unter Kartellverdacht

"Wir äußern uns zu Spekulationen und Sachverhaltsvermutungen nicht", sagte ein Volkswagen-Sprecher. Dort war bislang niemand für einen Kommentar zu erreichen. Deutsche Autobauer sollen sich nach einem Bericht des "Spiegel" über die Abgasreinigung beim Diesel und weitere Technikstandards abgesprochen haben.

Die Selbstanzeigen sind der stärkste Hinweis darauf, dass sich hier eine ernsthafte Lawine aufbaut, der "mutmaßlich größte Wirtschaftsskandal seit dem Zweiten Weltkrieg", so die SZ, wegen Bildung eines illegalen Kartells. Seit den 1990er Jahren sollen sich nämlich mehr als 200 Mitarbeiter der genannten Autobauer in mehr als 60 Arbeitskreisen getroffen haben, um mit Absprachen "gezielt den Wettbewerb außer Kraft zu setzen". Zudem sei es in den Arbeitsgruppen auch um die Auswahl von Lieferanten oder die Festlegung von Kosten für Fahrzeugbauteile gegangen. "Sollte sich der Kartell-Verdacht erhärten, darf diese Aushebelung marktwirtschaftlicher Prinzipien nicht folgenlos bleiben". Wie schon von anderen Medien berichtet sollen sich die Autohersteller über die Größe von AdBlue-Tanks abgesprochen haben. Es wird gebraucht, um Stickoxide zu neutralisieren. Es betreffe den Einbau kleinerer AdBlue-Tanks.

IG-Metall-Chef und Mitglied des Volkswagen-Aufsichtsrats, Jörg Hofmann, will "vollumfängliche Aufklärung" und bezeichnete mögliche Absprachen als "völlig inakzeptabel".

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Vermutlich wird Jon Snow seine Streitkräfte im Norden versammeln, um die Bedrohung der White Walker abzuwehren. Der Bezahlsender Sky besitzt für die deutsche Erstausstrahlung von " Game of Thrones " die Exklusivrechte.

Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf einen Schriftsatz, den VW bei den Wettbewerbsbehörden eingereicht haben soll. Daimler habe ebenfalls eine "Art Selbstanzeige" hinterlegt.

Neben dem massiven Imageschaden wären auch die drohenden Kartellstrafen für die Konzerne äußerst schmerzhaft. Das Bundeskartellamt bietet eine Kronzeugenregelung und kann Kartellteilnehmern, die durch ihre Kooperation dazu beitragen, ein Kartell aufzudecken, die Geldbuße komplett erlassen oder reduzieren.

Im Rahmen einer Mitte 2016 durchgeführten Durchsuchungsaktion zum Einkauf von Stahl durch die Automobil- und Autozuliefer-Industrie gebe es jedoch ein laufendes Verfahren, bekräftigte das Kartellamt. "Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung", betonte das Amt. BMW äußert sich ebenfalls nicht.

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Im Fall seiner Wahl zum Kanzler werde er in den ersten 50 Tagen nach Amtsantritt eine nationale Bildungsallianz schmieden. Der SPD-Vorsitzende sagte in Hamburg , Rüstungsexporte an Länder wie Saudi-Arabien seien nach wie vor ein großes Problem.

Aus Furcht vor möglichen Kartellstrafen verkaufen Anleger viele Automobilaktien. "Zu entsprechenden Spekulationen nehmen wir deshalb nicht Stellung".

"Die Europäische Kommission und das Bundeskartellamt haben diesbezüglich Informationen erhalten, welche zur Zeit von der Kommission geprüft werden", hieß es in Brüssel. "Der Verkehrsminister muss erklären, was er im Zusammenhang mit den ungeheuerlichen Vorwürfen gegen die führenden deutschen Automobilhersteller zu tun gedenkt", sagte Herbert Behrens, Verkehrsexperte und Ex-Chef des Untersuchungsausschusses zum VW-Abgas-Skandal. Mit der Kanzlei Hausfeld vertritt Rother Tausende Geschädigte im Dieselskandal.

Verdacht geheimer Absprachen deutscher Autobauer zum Schaden von Verbrauchern und Zulieferern droht zu einer weiteren Gefahr für die Branche zu werden. Dem Qualitätssiegel "Made in Germany" nütze die Debatte mit Sicherheit nicht. "Angesichts des Totalversagens der Bundesregierung im Abgasskandal", müsse das Parlament der Autobranche besonders genau auf die Finger schauen.

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Als die Einsatzkräfte versuchten, den " Schwarzen Block " der Vermummten vom Rest der Kundgebung zu trennen, eskalierte die Lage. Auch eine Hundertschaft der Polizei räumte umgekippte Straßenschilder und Bierbänke in der verwüsteten Straße Schulterblatt weg.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) haben für den 2. August Vertreter von Ländern und Gemeinden sowie der Autoindustrie zur ersten Sitzung des "Nationalen Forum Diesel" eingeladen. Die mutmasslich in den Kartellverstoss involvierten Unternehmen wollten sich gegenüber dem Magazin nicht äussern. Zugleich werfe die EU-Kommission nationalen Prüfbehörden Versagen vor. "Ich erwarte vor allem, dass es auf Bundesebene eine Lösung gibt, die für unsere Kunden Verbindlichkeit herstellt", sagte der VW-Chef. Andernfalls müssten die manipulierten Fahrzeuge 2018 aus dem Verkehr gezogen werden.

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