Kosky lässt die Festspiele wieder leuchten

Der folgende Schauplatz kann im zweiten Aufzug nur historisch Versierten auf Anhieb klar sein, wächst doch eine grüne Wiese durch den Saal: Im dritten Akt entpuppt er sich als Schwurgerichtssaal der Nürnberger Prozesse, im dem auch die "Festwiese" angesiedelt wird - als verzweifelter Versuch, die deutsche Identität nach Krieg und Holocaust zu retten.

Als er 2012 erstmals in Bayreuth gewesen sei, habe er Angst gehabt "vor dem ganzen pseudoreligiösen Gehabe" und damals beschlossen, niemals am Grünen Hügel zu inszenieren.

Schaffhauser Polizei nennt erste Details zum Motorsägen-Angreifer
Die Polizei suchte nach einem Mann von etwa 1,90 Metern Größe, "mit Glatze, ungepflegte Erscheinung", wie die Beamten berichteten. Der Angreifer von Schaffhausen habe eine Tasche bei sich gehabt und sei Richtung Migros gelaufen, sagte der Pizza-Chef weiter.

Auch Angela Merkel ließ sich die Eröffnung der Festspiele nicht entgehen.

Koskys "Meistersinger" sind die Geschichte einer Demütigung. Wagner hat diese Figur so charakterisiert - was sich mit einer deutschen Festoper eben nur unter gewissen Voraussetzungen verbinden ließ. Aufgebrezelt wie leibhaftige Dürer-Selbstbildnisse hocken bald die Meistersinger in Wagners Wohnzimmer und debattieren über die wahre deutsche Kunst. Bis heute umstritten blieb der Anteil, den Wagner selbst an alldem hatte. Michael Volle tritt als Wagner auf und wird zu Hans Sachs. Dass Wagner im dritten Aufzug Levi den Taktstock entzog und selbst weiterdirigierte, weiß kaum jemand.

Polen trotzt Sanktionsdrohungen und treibt Justizreform voran
Der seit eineinhalb Jahren schwelende Streit zwischen Polen und der Europäischen Union hat noch einmal an Schärfe zugelegt. Die Kommission tue das, was sie als Hüterin der EU-Verträge tun müsse, hatte Merkel Mitte Juni gesagt.

Kosky macht keine Anklageschrift aus seiner Inszenierung, die politisch-weltanschauliche Botschaft läuft im Hintergrund ab, wie ein stummes Menetekel. Die Wagner-Oper ist schwer zum Klingen zu bringen.

So recht verstand man das erst bei der Premiere. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" hat er erzählt, dass er Wagners Musik schon als Kind durch die ungarisch-stämmige Großmutter kennen- und lieben gelernt habe. Noch ernster - und gleichzeitig hübsch hysterisch hoch - nimmt er Richard Wagner als vollkommen selbstbezogenen Haustheatraliker in seiner Villa Wahnfried. Er schwelgt im Luxus, liebt Parfüm, klimpert gern mit seinem Schwiegervater Franz Liszt auf dem Konzertflügel, dirigiert bei Bedarf die Massen und erniedrigt den jüdischen Dirigenten Hermann Levi, wo er kann. Briefe an seine Frau Cosima unterschrieb er schon mal mit "Hans", und der ist er, neben dem jungen Stolzing unterm Barrett, auch hier: Wagner verkörpert, nachdem der Beginn der Handlung etabliert ist, vornehmlich den Part des Hans Sachs, Schustermeister und Dichter zu Nürnberg. Ihre Zofe Magdalene hingegen fand in Wiebke Lehmkuhl eine quirlige Darstellerin mit klarer, kräftiger Stimme, die voll überzeugte. Unschönerweise wird das beim Schlussapplaus mit Buhrufen quittiert: Nicht Klatschen reicht doch. Im Salon der Villa Wahnfried in Bayreuth. Auch der Kunstgriff, dem Juden Levi die anspruchsvolle Rolle des Beckmesser zuzuweisen, dessen Auffassung von Kunst Wagner in der Oper nach und nach denunziert, geht auf. Keiner allerdings so radikal wie Kosky bei dieser deutschesten aller Wagner-Opern. Nicht nur wird er immer wieder beiläufig geschnitten. Vor allem aber ist im zweiten Akt über alles erst einmal Gras gewachsen. Auf der Bühne wird man später einen riesigen Luftballon mit der Karikatur eines Juden sehen, unter der sich Beckmesser verbirgt. Ein weiterer in vielfach größerer Ausfertigung füllt schließlich als Ballon aus der Versenkung aufsteigend die halbe Bühne aus.

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Koskys Inszenierung, für die Rebecca Ringst die Bühnenbilder und Klaus Bruns die Kostüme entworfen hat, folgt der Logik des Traums, wie Sigmund Freud sie beschrieben hat. Ein einsamer GI hält Wache. Dann zu. Immerhin ist er nun der erste jüdische Regisseur der Bayreuther Festspiele - diese Pionierleistung verliert durch die als solche wenig aufsehenerregende Verpflichtung jüdischer Dirigenten wie James Levine, Daniel Barenboim oder Kirill Petrenko einiges an Dramatik. Was für Diskussionen unter den Wagnerianern sorgen dürfte. 1966 starb Wieland Wagner mit 49 Jahren in München. "Als Wirkung ist sie Schall und Rauch".

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