Trump schiebt Entscheidung zu Syrien-Angriff weiter hinaus

Trump schiebt Entscheidung zu Syrien-Angriff weiter hinaus

Trump schiebt Entscheidung zu Syrien-Angriff weiter hinaus

Russland hatte den Vorfall als inszenierte Provokation Großbritanniens eingestuft. Sie könnten die USA in ihrem Schlingern im Nahen Osten aber tiefer verstricken als Trump lieb ist - und als er es seiner politischen Basis erklären kann. Die westlichen Mächte hätten unter US-Führung eine ähnliche Strategie genutzt.

Der Schlag gegen Syrien sei härter gewesen als der im Vorjahr, sagte Mattis. An einer souveränen Regierung in Damaskus besteht kein Interesse, denn sie könnte die attraktiven Öl- und Gasvorkommen selbst ausbeuten wollen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, schrieb auf Facebook, es gebe weiterhin keine Beweise für den mutmaßlichen Giftgasangriff auf die Stadt Duma.

Russland macht Israel verantwortlich
Raketen haben einen Luftwaffenstützpunkt in der Provinz Homs getroffen - Russland und Syrien machen Israel dafür verantwortlich. Acht Raketen seien abgefeuert worden, von denen drei ihr Ziel erreichten, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau.

Ein von Schweden vorgelegter UN-Resolutionsentwurf, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, sieht derweil eine "ranghohe Abrüstungsmission" für Syrien vor, um das Land "für alle Zeiten" von Chemiewaffen zu befreien.

In einem Telefonat Trumps mit der britischen Premierministerin Theresa May bekräftigten beide indes ihre Entschlossenheit, dass es eine Reaktion auf den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Syrien geben müsse. Für die USA erklärte das Weiße Haus am Donnerstag (Ortszeit), eine Entscheidung sei noch nicht gefällt. "Wir haben keinen Vertrag unterschrieben, dass wir Syrien gegen die USA verteidigen", sagt der Moskauer Militärexperte Viktor Litowkin unserer Redaktion. Sie habe dafür "Beweise". Moskau hält den angeblichen Giftgasangriff auf die Stadt Duma vor einer Woche für eine "Inszenierung" und drohte mit militärischen Gegenmaßnahmen. Militär-Sprecher Igor Konaschenkow führte aus, der syrischen Hilfsorganisation "Weißhelme" sei gesagt worden, dass die islamistischen Kämpfer der Organisation Jaish al-Islam vom 3. bis 6. April Damaskus mit Artillerie beschießen würden. Trump wäge derzeit ab, wie er reagieren solle. Dort sollen in der Vergangenheit Chemiewaffen entwickelt worden sein. Russland warnt vor einer Militärintervention "unter erfundenen Vorwänden". Ein Militärschlag gegen Assad, wie ihn die USA, Frankreich und Grossbritannien angedroht haben, mag geeignet sein, der Ächtung von Chemiewaffen wieder Geltung zu verschaffen. Unmittelbare Priorität sei, "die Gefahr eines Krieges abzuwenden", sagte Nebensja. Leider wird das Tauziehen um Syrien unvermindert weitergehen, denn die Großmächte wollen ihren eigenen Energiekonzernen den Zugang zu den gewaltigen Öl- und Gasvorkommen onshore und offshore im Levant-Becken sichern.

Russland weist vier deutsche Diplomaten aus
Am Donnerstag hatte das Krankenhaus in Salisbury mitgeteilt, dass sich der Gesundheitszustand der 33-Jährigen verbessere. Ein harter Kern von aus wirtschaftlichen oder historischen Gründen Russland eng verbundenen Ländern beteiligt sich nicht.

Macron wiederum appellierte an Putin, gemeinsam "den Frieden und die Stabilität in Syrien wiederherzustellen". "Es gibt schwere Indizien, die auch in diesem Fall in Richtung des syrischen Regimes zeigen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. "Vor diesem Hintergrund fordert die EU den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNSC) auf, schnell wieder einen unabhängigen Mechanismus einzusetzen, der eine Rechenschaftspflicht für Täter von Chemiewaffenangriffen sicher stellt". "Wir sind wieder bedroht worden", hieß es in einer Erklärung des russischen Botschafters in Washington, Anatoli Antonow, auf Twitter. Bereits am Dienstag verließ die syrische Armee einige Militärbasen, um einer möglicherweise bevorstehenden Attacke der USA und von deren Verbündeten weniger Angriffsfläche zu bieten. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wurden mehr als eine Million Menschen durch chemische Waffen getötet oder verletzt.

Syrien hat den Angriff der drei Westmächte auf das Land als "offenen Verstoß" gegen internationales Recht "auf Schärfste" kritisiert. Mehr als Hundert Raketen seien "vom Meer und aus der Luft auf syrische militärische und zivile Ziele" abgefeuert worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Syrische Gruppen sagen, dass sie mit giftigem Gas angegriffen wurden.

EU-Staaten weisen russische Diplomaten aus
Dieser Schritt werde "den politischen Kriterien, die an den Giftanschlag Skripal angelegt werden sollten, nicht gerecht". In einer gemeinsamen Stellungnahme mit Außenministerin Karin Kneissl hieß es, man werde "keine Diplomaten ausweisen" .

Ähnliche Neuigkeiten



[an error occurred while processing the directive]